Salicornia

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Botanik
In den Küstenregionen Mitteleuropas ist die Salzpflanze Salicornia (Salicornia jodata) zu Hause. Hier wächst die zur Familie der Chenopodiaceae (Gänsefußgewächse) gehörende 5–40 cm hohe Pflanze auf kahlen Watträndern in unmittelbarer Nähe des Meeres. Ihre Blüten stehen so unscheinbar hinter kleinen Schuppen, daß man sie schnell übersehen kann.
Der Stengel, der je nach Unterart mehr oder weniger verzweigt ist, zeigt sich dickfleischig-glasig und ist bis auf die Schuppen völlig blattlos.

Geschichte
Salicornia ist eine alte Gemüsepflanze. Als Beilage zu Fischspeisen oder auch zu Salaten hielt sie in den Küstenregionen Europas schon früh Einzug in die Küche. Aber auch die alte Glasindustrie hatte Verwendung für Salicornia: Um den Schmelzpunkt bei der Produktion herabzusetzen, wurden bestimmte Arten der Pflanze in die heiße Glasmasse gegeben. Daher rührt auch der Pflanzenbeiname „Glasschmalz“.

Salicornia ist reich an Jod
Salicornia ist eine ausgesprochene Salzpflanze, ein Halophyt. Sie wächst im Unterschied zu anderen Blütenpflanzen selbst auf den salzigsten Küstenböden. Von diesem Meersalz mit seinen Spurenelementen und Mineralstoffen speichert sie große Mengen in ihren dickfleischigen Blättern. Deshalb ist sie so reich an Jod, Kalium und Natrium.

Jod
Immer wieder hört und liest man, daß die Deutschen mit der Nahrung zu wenig Jod aufnehmen. Jodmangel allein ist aber nicht die Ursache für die immer noch auftretenden Schilddrüsenvergrößerungen. Die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse wird zusätzlich durch die gleichzeitige Anwesenheit von Nitraten, Fluoriden, Thiocyanaten (z. B. Zigarettenrauch) oder Huminsäuren (z. B. in Moorgebieten) behindert. In zahlreichen Regionen sind heute Gemüse und auch das Trinkwasser bedingt durch die Überdüngung mit hohen Nitratgehalten belastet. Menschen, die in solchen Gebieten leben, haben daher einen erhöhten Bedarf an natürlichem Jod. Der Körper benötigt das Spurenelement Jod, damit die Schilddrüse einwandfrei arbeiten kann.

Schließlich ist Jod der wichtigste Baustein, um das Schilddrüsenhormon Thyroxin zu bilden. Dieses Hormon wiederum regelt fast alle Stoffwechselvorgänge. Auch gibt es ein enges Zusammenspiel zwischen dem Östrogen- und Schilddrüsenhaushalt.

Werden nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert, erhalten die Östrogene die Übermacht. Umgekehrt ist es dasselbe: Bei einer schwachen Östrogenproduktion gewinnen die Schilddrüsenhormone Überhand. Wenn die Schilddrüse nicht die optimalen Arbeitsbedingungen findet, kann sie z.B. mit einer Vergrößerung (Kropf) reagieren.

Einen höheren Bedarf an natürlichem Jod haben Frauen während Schwangerschaft und Stillzeit.