Leserbrief Urheimische Notizen 3/2016

„Sehr geehrter Herr Dr. Pandalis,

Sie sprechen mir immer wieder aus dem Herzen mit Ihren Äußerungen in „Urheimische Notizen“. Auch Ihren zornigen Worten Ausgabe 3/2016 stimme ich zu.

Von der Essenz her entspricht Ihr Aufsatz „…ab dem 28. April…“ der traurigen Realität. Das Wort „Wachstum“ ist für sehr viele Bürger ein Zauberwort, mit dem die deutsche Kanzlerin die breiten, geistlosen Massen in der BRD verhext.

Doch Wege aufzuzeigen, sehr verehrter Herr Dr. Pandalis, aus dem Circulus vitiosus des Immermehrhabenwollens, der Gleichgültigkeit, der Habgier, des Materialismus herauszukommen – da bleiben Sie ein einfacher Rufer in der Wüste. Zwar gut gemeint – aber Sie können mit einem Punktesystem die Menschheit nicht vor dem Verderb retten. Was hier abläuft ist ein Prozess, der jenseits aller Erfahrung abläuft, also transzendent ist. Es wäre freilich in vieler Hinsicht rührend und erfreulich, wenn es so ungefähr nach dem Kinderreim „ene, meine, mu…“ geschehen könnte.

Aber es geht ja nicht nur um eigene, nationale Interessen. Schauen wir doch mal die „so schönen“ Strategien der Geschichte an – und zwar weltweit und nicht nur mitteleuropäisch – die Strategien des Wissens, der Macht! Sie löschen sich doch selbst aus!! Und zwar nicht so sehr, weil sie gescheitert wären, sondern sie erreichen bei ihrem Fortschreiten einen dead point, wo ihre Energie umschlägt und wo sie sich verschlingen, dabei einer leeren Form den Platz räumen. Die (Menschen-) Welt wird immer gleichgültiger, gleichzeitig immer ungeduldiger. Professor R. Sheldrake hat sich in seinem Buch „Denken am Rande des Undenkbaren“ auf seine Art ausgedrückt, wenn er sagt: „Sieht man denn nicht, daß der Himmel brennt?“

Je gleichgültiger, egozentrischer, fataler die Menschheit wird, desto mehr scheint sie sich einem verhängnisvollen Ereignis anzunähern, dessen Widerspiegelung sich in der gesteigerten Ungeduld des Menschen zeigt („Flüchtlings“-Ströme, Kriege, Korruption, Aufstände, Verbrechen, Demonstrationen etc. pp.).

Und wir haben keinerlei Möglichkeit, wie man klar erkennen muss, aus diesem „Teufelskreis“ auszusteigen, weder durch Einsicht, guten Willen, Machtmittel oder dergleichen, um den ablaufenden Dingen eine andere, bessere Richtung zu geben.

Wer das nicht erkennt, wird eines Tages von den Ereignissen zu seinem Entsetzen überrollt.

“Name der Redaktion bekannt”